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Wirtschaft der Antarktis

Die Wirtschaft der Antarktis ist bedeutungslos - zumindest für die nächsten 50 Jahre. Ausserdem ist das politische Schicksal der Antarktis nicht endgültig geregelt - Interessenkonflikte wären vorprogrammiert. Das Umweltschutzprotokoll von 1991 verbietet den Bergbau für die nächsten 50 Jahre.

 

Trotzdem hat der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln und Rohstoffen sowie das drohende Versiegen verschiedener Energiequellen das Interesse an einer wirtschaftlichen Nutzung der Antarktis ansteigen lassen. Früher galt dies nur für dem Fang von Meerestieren, wie Pelzrobben (ab 1820). Walen (ab 1904) und ab ca 1970 auch dem Krill. Der Abbau von Bodenschätzen (Kohle, Eisenerz, Buntmetallerz, Uranerz, Erdgas, Erdöl) war bisher nicht wirtschaftlich, vor allem wegen der extrem schwierigen Naturbedingungen, wie Klima oder dicke Eisschicht. Die geschätzten Rohstoffvorkommen sind aber enorm: 45 Mrd. Barrel Erdöl, 115 Bill. m3 Erdgas, ferner Titan, Chrom, Eisen, Kupfer, Kohle und Uran sowie Platin und Gold.

Früher waren Fangerträge bei Fischen, Robben und Walen ein wichtiger Wirtschaftfaktor - er führte zu einem eigentlichen Raubbau an der Natur. Die heutigen Fangquoten sind stark eingeschränkt oder werden für die wissenschaftliche Forschung durchgeführt oder damit begründet.
Damit bleibt nur noch der Tourismus mit einiger Bedeutung übrig. In erster Linie sind es die Kreuzfahrten im Bereich der antarktischen Halbinsel.
Neue Formen des Tourismus ist der Sporttourismus mit Bergsteigerexpeditionen, Antarktismarathon und die privat gesponserten Antarktisdurchquerungen

Fischfang

Fischereikontrolle im TAAF Gebiet: 1978 errichtete die TAAF-Verwaltung Schutzzonen ein, um den Fischfang in diesen Gebieten zu kontrollieren - vier Jahre später trat die CCAMLR (Konvention zum Schutz der lebenden Meeresschätze in der Antarktis) in Kraft, welche den Fischfang in der gesamten Antarktis unter Schutz stellt. Zur Überwachung werden besonders die beiden Schiffe Austral und Albatros eingesetzt. 


Cachet von einem russischen Fischereischiff. Die Briefe wurden jeweils in Kerguelen aufgegeben.


Bei der "Walther Herwig" handelt es sich um ein deutsches Fischereiforschungsschiff, das regelmässig bei Antarktisexpeditionen eingesetzt wurde.

Krillfang

Cachet von einem russischen Fischereischiff. Die Briefe wurden jeweils in Kerguelen aufgegeben.

Robbenfang

Der Bericht von Kapitän Cook über grosse Robbenbestände führte amerikanische und britische Robbenfänger in die Antarktis. Die Pelzrobben wurden beinahe ausgerottet. Der letzte Fang war 1907 auf Südgeorgien, ausser einzelnen Tieren gab es keine grösseren Bestände mehr. Seit Mitte der 50er Jahre wächst die Population um 15% pro Jahr und hat heute die ursprüngliche Grösse von knapp einer Million wieder erreicht. Ab 1910 wurden die See-Elefanten auf Südgeorgien gejagt, pro Jahr 6000 Bullen.

Die Jagd wurde erst 1964 beendet, nachdem dort die Walfangindustrie aufhörte.
Seit 1972 ist die Pelzro.bbe, der See-Elefant und die Rossrobbe südlich des 60.Breitengrades total geschützt. Für die übrigen Robben wurden jährliche Fangquoten festgesetzt. Über die Fänge muss Buch geführt werden und es darf nicht auf offener See gejagt werden. Es wurde auch eine Schonzeit von Anfang März bis Ende August eingeführt, es wurden sechs Zonen eingerichtet, die rotierend ein ganzes Jahr von der Bejagung ausgenommen sind, in 3 Reservaten ist der Fang gänzlich verboten

 

Walfang

Der gewerbsmässige Walfang ist heute im Bereich der Antarktis verboten - wird aber in geringerem Masse unter dem Deckmantel "zur wissenschaftlichen Forschung" weiterhin betrieben.

Früher wurden die Wale besonders wegen ihres Fettes (Walöl) und des Fischbeins (Bartenwale) gejagt - heute ist es besonderes wegen dem profitablen Handel mit dem als Delikatesse geltenden Walfleisches. 

Auch bei der Fangmethode hat sich einiges geändert - früher wurden die Wale an Land (z.B. Grytviken Südgeorgien) verarbeitet, aber bereits ab 1924 wurden sog. Walfangmutterschiffe mit Kochereien zur sofortigen Verarbeitung auf der See eingesetzt, was zur Folge hatte, dass innert 7 Jahren die Walölproduktion um das 7-fache gesteigert wurde. Die Walölpreise brachen ein und die Walfänger kamen überein, ein Jahr nicht auszufahren.

 

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die südlichen Ozeane die grössten Walfanggründe der Welt. Die Jagd war so intensiv, dass die Population am Ende des 20.Jahrhundert bei den Blauwalen weniger als 1%, bei den Buckelwalen 3% und bei den Finnwalen 20% der ursprünglichen Populationsgrösse liegt. 

Jedem Walfangmutterschiff - ein Fabrikschiff mit Öffnung im Heck, um den Wal auf das Schlachtdeck zu hieven - standen bis 10 wendige Walfangboote mit einer Harpunenkanone zur Seite. Auf modernen Schiffen wurde ein Wal innert einer Stunde komplett verwertet. Während dem 2. Weltkrieg kam der Walfang fast zum erliegen. 

1946 wurde die internat. Walfangkommission gegründet und gewisse Wale (Grössenvorgabe, keine Muttertiere) wurden in der Antarktis geschützt. 1975 wurde die Fangregelung weiter verschärft - viele Nationen zogen sich zu diesem Zeitpunkt aus dem Walfang zurück, weil der industrielle Fang nur noch bei Zwergwalen lohnte. 1986 trat ein fünfjähriges Walfangmoratorium in Kraft, welches seit 1991 jährlich verlängert wird. 1994 wurde eine 18 Mio km2 grosse Fläche im Bereich der Antarktis zum Walschutzgebiet erklärt

 

Walfang-Mutterschiffe mit Kochereien
Schiffsname Land Baujahr BRT
Kyokuyo Maru 2 Japan 1943 16433
Kyokuyo Maru 3 Japan 1946 20475
Nisshin Maru Japan 1951 16811
Nisshin Maru 2 Japan 1937 27035
Nisshin Maru 3 Japan 1947 23406
Tonan Maru Japan 1938 19308
Tonan Maru 2 Japan 1951 13792
Sovjetskaja Ukraina UdSSR 1959 32024
Sovjetskaja Rossija UdSSR 1961 32024
Thorshavet Norwegen 1947 19168
Thorshovdi Norwegen 1948 18361
Walfang in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Jahr Anzahl Wale Fass Walöl Landstation Kochereien Fangboot
1905/0 582 16202 1 1 4
1910/11 10230 291169 6 14 48
1915/16 11792 558806 7 11 57
1920/21 8448 390627 6 8 47
1923/24 7271 464678 6 14 66
1930/31 40201 3608348 6 41 232
1931/32 9572 808560 2 5 45
1932/33 24327 2456462 1 17 118
1937/38 46039 3340330 2 31 256
1942/43 998 50960 1 - 6
1946/47 25593 1939742 3 15 147
1951/52 35237 2479180 3 20 289
Sporttourismus

Antarktismarathon

 

 


Erstmals wurde der Antarktis Marathon (und ein sog. Half-Marathon) 1997 durchgeführt.


 

Dieser Marathon wurde 1999 durchgeführt und das Cachet stammt von einem belgischen Teilnehmer.  Sinnigerweiser heisst es : the last Marathon.

Bergsteigerexpeditionen

Zu den ersten Bergen, die von Polarforschern bestiegen wurden gehört der Vulkan Mount Erebus (3795m).

1966 bestieg eine amerikanische Bergsteigergruppe erstmals den höchsten Berg der Antarktis - den Mount Vinson (5140m). Von dieser Expedition stammt der nachfolgende Brief.

Die oesterreichische Himalayagesellschaft entsandte 1983/84 eine vierköpfige Bergsteigergruppe unter Ing. Bruno Klausbruckner zur Heard Insel, um den 2745m hohen Big Ben zu besteigen. Sie erreichten die Heard Insel am 5.Feb. 1984 mit dem Schiff Cheynes II. und diese ANTEX 1 genannte Expedition bestieg erfolgreich den Berg.

Zwei Jahre später versuchte es 6-köpfige Expeditionsgruppe unter Ing. Bruno Klausbruckner den 4163m hohen Mount Minto im Nordviktorialand zu besteigen. Der Weg führte von Wien (12.12.1985) nach Hobart/Tasmanien, wo sie die Southern Quest Richtung McMurdo Sound bestiegen. Das Schiff sank am 12. Jan. 1986 nach einer starken Eispressung. Sie wurden von US-Helikoptern gerettet und kehrten am 18. Jan 1986 nach Wien zurück, ohne das Ziel erreicht zu haben. Deshalb versuchten sie es ein Jahr später nochmals und starteten am am 20. Nov. 1986 von Wien nach Christchurch/NZ. Das norwegische Schiff Aurora sollte sie in die Antarktis bringen, doch wegen Terminproblemen (erst sass das Schiff im Eis fest - dann musste sie eine norwegische Expedition zur Peter-I Inseln bringen) war dies nicht möglich und ein Ersatzschiff stand nicht zur Verfügung - so mussten sie wieder die Heimreise antreten. 

 

 


Im Dezember 1986 bestiegen gleich 2 Bergsteigergruppen den Mount Vinson : Dr. Gerhard Schmatz (Deutschland) mit Stefan Wörner (Schweiz) und Reinhold Messner (Italien) mit Oswald Oelz (Schweiz). Beide Expeditionen wurden mit einer Twin Otter des Piloten Giles Kershaw von Punta Arenas üner Teniente Marsh (King George Island) und Carvajal (Adelaide Island) zum Ellsworth Gebirge geflogen.

Die Erstbesteigung aller höchsten Berge eines jeden Kontinents gelang erstmals 1986 dem Zweierteam Gerhard Schmatz Deutschland und dem Schweizer Stefan Wörner - einige Tage vor dem Südtiroler Reinhold Messner.

 

Mount Vinson
Die nachfolgenden Beispiele zeigen alle die Besteigung des Mount Vinson - der höchste Berg der Antarktis.
Flug von Punta Arenas über die chilenische Station Edouardo Frei nach Patriot Hills. Von dort Aufstieg zum Vinson Massiv - organisiert durch ein Reiseunternehmen


Flug von Punta Arenas über die chilenische Station Edouardo Frei nach Patriot Hills. Von dort Aufstieg zum Vinson Massiv - organisiert durch ein Reiseunternehmen


Besteigung aus Anlass "100 Jahre erste belgische Antarktisexpedition" 1997-98


Besteigung je des höchsten Berges eines jeden Kontinents Mount Vinson Antarctica - the last summit

Transantarctica - Private und gesponserte Antarktisdurchquerungen

 


Transantarctica von Reinhold Messner und Arved Fuchs


1997 gab es eine Antarktisdurchquerung von der ehemaligen belgischen Station Baudouin über den Südpol zur Station Mc Murdo. Diese Station ist darum immer Endstation, weil die Leute auch wieder in die Zivilisation zurückgeflogen werden müssen.


Diese Antarktisdurchquerung von Niederländern stammt von 1998/99 und führte von der russischen Station Novolazarewskaya über den Südpol zur amerikanischen Station Mc Murdo.