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Naturphänomene der Antarktis

Als Naturphänomene bezeichnet man jene Naturerscheinungen, welche für dieses Gebiet der Erde typisch sind, sich aber durchaus erklären lassen. Dazu zählen:

  • Polarnacht und Polartag -- erklärt sich durch die Stellung der Erde zur Sonne  - kann man als das  Naturphänomen der Polargebiete bezeichnen. >>>hier weiter

  • Magnetfeld der Erde - erklärt sich durch den Magnetpol

  • Polarlicht -- erklärt sich durch das Magnetfeld der Erde

  • White Out -- erklärt sich durch den Lichteinfall der Sonne und die Reflektion

  • Halo -- erklärt sich durch Lichtbrechung, wir kennen dies beim Regenbogen

  • Mirage -- erklärt sich durch Luftspiegelung, wir kennen dies bei der Fata Morgana in der Wüste

  • Kreuz des Südens --- oder der südliche Sternenhimmel, nicht nur auf die Antarktis bezogen. 

  • Nebensonnen -- erscheinen als helle Flecken neben der Sonne.

  • Eisblink -- Widerschein des Polareises am Horizont.

  • Wasserhimmel -- Widerschein des Meerwassers am fernen Horizont

Lagebestimmung des magnetischen Pols

Jahr Expedition Latitude      Longitude     

Magnetpol und Magnetfeld

Die beiden Magnetpole werden durch das Erdmagnetfeld bestimmt: die Magnetfeldlinien stehen senkrecht auf der Erdoberfläche. Der Durchmesser der Erde ungefähr vom geographischen Nordpol bis ungefähr zum geographischen Südpol verhält sich wie ein riesiger Magnet, wobei der arktische oder boreale Magnetpol den magnetischen Südpol darstellt und der antarktische oder australe Magnetpol ein magnetischer Nordpol darstellt. Dies ist auch der Grund, warum man sich mit dem Kompass orientieren kann.

Der Magnetpol liegt ca. 2600 km vom geographischen Südpol entfernt und befindet sich zur Zeit in der Nähe der Adélieküste. Er befand sich 1983 bei 65°12'S und 138°42'E. und verschiebt sich z.Zt. um etwa 10 km/Jahr in nordwestliche Richtung. Die magnetischen Pole fallen also nicht mit den geografischen Polen zusammen

 

1819/21 Bellingshausen 75°S 138,3°E
1838 Gauss 72,6°S 150,5°E
1840 Hansteen 69,5°S 131°E
1838/42 Wilkes 71,9°S 144°E
1837/40 d'Urville 71,8°S 136,3°E
1840/43 J.C. Ross 75,1°S 154,1°E
1870 Menzzer 76,8°S 166,1°E
1872 Sabine 73,3°S 148°E
1898/1900       Borchgrevink 72,7°S 152,5°E
1901/04 Scott  72,8°S 152,5°E
1907/09 Shackleton 72,4°S 155,2°E
1912 Mawson 71,2°S 150,8°E
1922 Dyson 71°S 151°E
1929/31 Mawson 70,3°S 146,3°E
1939 Mawson 70°S 148°E
1941 Byrd 70,3°S 148,3°E
1942 Spencer 70°S 150°E
1946/47 Byrd 68,8°S 144°E
1952 Mayaud 68,1°S 143°E
1955 Briesenmeister 68°S 144°E
1958 Eisbrecher Ob     68°S 144,3°E
1959 Mayaud 67,7°S 141°E
1963 Nat. Geographic Society   66,9°S 142,6°E
1964 Eisbrecher Burton Island    67,5°S 140°E

Aurora Radar 1974 Mc Murdo Antarctica
Sie treten besonders dann auf, wenn starke Sonnenwinde (Partikelströme) nach Sonnenflecken-Maxima die Atome in der hohen Erdatmosphäre (ca. 100 bis 300 km) zum Leuchten anregen. Die Polnähe dieser Erscheinungen erklärt sich aus der erdmagnetischen Ablenkung der Teilchenströme der Sonne.

Dieses Cachet vom Südsommer 1988/89 zeigt diese Forschungen zum Thema Sonnenwinde und Sonnenflecken.

Bei diesem Thema geht es um die Eruptionen auf der Sonne. Diese haben Einfluss auf das Erdmagnetfeld, resp. das Polarlicht.

Das Polarlicht

Das Polarlicht im Norden und Süden ist ein bemerkenswertes Phänomen. In der klaren Polarnacht bewegen sich Bögen, Vorhänge und Strahlenbündel über den Himmel. Sie entstehen, wenn Ströme von Sonnenpartikeln in die Ionosphäre der Erde eindringen und mit den Molekülen der oberen Atmosphäre kollidieren.
Das Magnetfeld der Erde leitet die Partikel hinunter zu den magnetischen Polen und konzentriert sie auf dem ovalen Band rund um die Pole. Sowohl die Lage der Ovale als auch die Form der Aurora wird durch die Intensität der Sonnenaktivität gesteuert.
Das Nordlicht hat immer eine große Bedeutung für die Mythen und Traditionen der arktischen Bevölkerung gehabt.

 

White Out

Angenommen, man steht unter einer geschlossenen Wolkendecke, die zwar dick genug ist, um die Sonne zu verhüllen, aber doch nicht so dicht, dass sie den überwiegenden Teil des Lichtes daran hindert, bis zum Boden durchzudringen. Das Sonnenlicht, das von oben auf diese Wolkenschicht auftrifft, wird teilweise nach oben reflektiert, aber ein Grossteil wird an den zahllosen kleinen Wassertröpfchen und Eiskristallen gestreut und gelangt durch die Wolkenschicht nach unten. 

Wenn nun die Erdoberfläche mit Schnee bedeckt ist, wird der grösste Teil dieses Lichtes wieder nach oben zur Wolkendecke hin gestreut. Auch von diesem Licht wird wieder ein Teil von den Wolken zurück zur schneebedeckten Erde reflektiert und von dort wiederum nach oben zur Wolkendecke.

Durch diese vielfachen Reflexionen zwischen dem schneebedecktem Erdboden und und der Wolkendecke wird das Licht schliesslich gänzlich diffus und kommt aus allen Richtungen zugleich. 

Die Folge ist, dass Schneeverwehungen oder Vertiefungen im Schnee keine Schatten mehr werfen. Polarreisende berichten immer wieder, dass sie in der gestaltlosen Schneewüste wie blind gegen Eisblöcke gelaufen oder in unsichtbare Abgründe gestürzt sind. 

Wenn das Licht aus allen Richtungen gleichzeitig kommt, verschwindet auch der Horizont, und man hat keinen sichtbaren Anhaltspunkt dafür, wo Oben und Unten ist. Es gibt Menschen, die dieser Verlust der visuellen Orientierung so hilflos macht, dass sie in einem Whiteout nicht einmal mehr aufrecht stehen können.

Eisblink

Eisblink ist ein herrliches Naturschauspiel für die Kamera. Es ist das weisse Aufhellen der niedrigen Wolken  über einem ausgedehnten Eisfeld am fernen Horizont

Halo

In früheren Zeiten verursachten Lichtphänomene am Himmel grosse Aufregung. Sie wurden als okkulte Mitteilungen gedeutet. Die Menschen bekamen Angst. Es ist ein heller Lichtkranz um die Sonne oder den Mond, innen gewöhnlich rötlich und aussen weiss, der durch Brechung oder Spiegelung des Lichts an Eiskristallen von Cirrus- oder Cirrostratus Wolken entsteht. Sonnenhalos sollte man nicht mit ungeschützten Augen beobachten!

Heute wissen wir, dass diese leuchtenden Ringe, Bögen, Pfeiler, Kreuze und Flecken am Himmelsgewölbe physikalisch-optische Phänomene sind. Sie entstehen, wenn das Licht von Sonne und Mond sich in kleinen, in der Luft schwebenden Eiskristallen bricht.

Bei guten Wetterbedingungen - klare Luft mit funkelnden Eiskristallen - kann der Himmel ein phantastisches Schauspiel bieten. Am schönsten erscheint das Halo-Phänomen in den Polarregionen, es ist aber auch auf südlicheren Breitengraden sichtbar

Halo ist eine Leuchterscheinung durch Brechung des Sonnenlichts an Eiskristallen in sieben bis zehn Kilometern Höhe. Ein Haloring hat ein einen Winkelradius von 22°, bei diesem WInkel wird die minimale Ablenkung erreicht. Der Begriff Halo stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Hof. Es entsteht eine Brechung und Spiegelung der Lichtstrahlen an hochstehenden Eiskristallen..

Die Halos treten meist in hohen dünnen Wolken auf, wenn das Wetter umschlägt. Solche Beugungserscheinungen sind als Höfe auch um den Mond zu sehen.

 

Mirage

Viele Polarfahrer haben Land und Inseln gesehen, die überhaupt nicht existierten. Es handelt sich um optische Täuschungen, die entstehen, wenn sich Licht in unterschiedlich temperierten Luftschichten bricht. Für gewöhnlich erweisen sich die mystischen Inseln am Horizont als Packeis.
In der Wüste treten sie auf, wenn kalte Luft mit dem heißen Sand in Kontakt kommt (inferior mirage). In den Polarregionen handelt es sich um superior mirage, wenn warme Luft sich über eine kalte Oberfläche bewegt.

Fata Morgana nennt man die dramatischste und komplexeste Form der Luftspiegelung. Dann sind sogar Bilder von hinter dem Horizont liegendem Land sichtbar. Man glaubt, dass der Wikinger Erich der Rote von einer Fata Morgana angelockt worden war, als er Grönland entdeckte.

Wasserhimmel

Aehnlich dem Eisblink, nur ist dieses Aufhellen am fernen Horizont über einer Wasserfläche.

Nebensonnen

Die Nebensonne ist ein Sonderfall einer Halo. Bei nur gering ausgeprägten Eiskristallen spricht man von Nebensonnen. Diese hellen Flecken neben der Sonne kommen recht häufig vor. Aber anders als bei einem Regenbogen muss man gegen die Sonne schauen, was ohne entsprechenden Schutz auch in den Polargegenden nicht zu empfehlen ist.

 

Gegensonnen

Auch bei der Gegensonne entstehen ähnlich wie bei den Nebensonnen ziemlich kreisrunde sonnenähnliche Lichtflecke. Allerdings befinden sich diese recht weit ab der Sonne.

 

Kreuz des Südens
 
 
Das Sternbild am südlichen Himmel befindet sich über dem Polarkreis und liegt zwischen den Sternbildern Zentaur und Fliege (Musca). Das Kreuz des Südens enthält 4 helle Sterne, die so angeordnet sind, dass sie die Enden eines Kreuzes bilden. Das Kreuz des Südens ist u.a. in den Poststempeln der argentinischen Antarktis abgebildet.
 
 Das Sternbild "Kreuz des Südens" war eine gewisse Zeit auch auf den Poststempeln der argentinischen Stationen in der Antarktis abgebildet
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Das Sternbild "Kreuz des Südens" war einige Zeit auch in den Poststempeln der argentinischen Antarktis abgebildet.

Dies ist nur eines der Bilder des Südlichen Sternenhimmels.